Die bedeutendsten und größten katholischen Kirchen: Die St. Hedwigs-Kathedrale

Die St. Hedwigs-Kathedrale ist ein Muss für jeden Berlinbesucher. Sie ist die erste katholische Kirche, die in Berlin nach der Reformation erbaut wurde. Ihre Grundsteinlegung erfolgte im Juli 1747, die Weihe am 1. November 1773. Gebaut wurde sie nach dem Vorbild des Pantheon in Rom. Dieses Konzept basiert auf König Friedrich II. von Preußen und seinem Architekten Georg Wenzeslaus v. Knobelsdorff nach Zeichnungen von Jean Laurent Le Geay. Als erster klassizistischer Bau in Deutschland erhielt sie eine vollständige Ausmalung im Stil des Barocks.

Die „Grande Dame“ der Nation

Von Trends bleiben auch Kirchen nicht verschont: 110 Jahre später, ab1883, gestaltete der Architekt Max Hasak den Innenraum vollständig um, im historistischen Stil, dem Geschmack seiner Zeit. Nach der Ernennung Berlins zum eigenständigen Bistum 1929 erfolgte der Umbau zur Kathedrale durch den Architekten Clemens Holzmeister erneut nach den Gestaltungsvorstellungen der Zeit, die an der klassischen Moderne orientiert war. Nach der Kriegszerstörung von 1943 und dem äußeren Wiederaufbau 1952/53, folgte bis 1963 die vierte Fassung der Innengestaltung. Die Umsetzung einer großen Öffnung in der Raummitte war von Anfang an umstritten. Eine weitere Umgestaltung erfolgte im Zuge des Einbaus der gewaltigen Klais-Orgel 1979.

Mit Gründung des Bistums Berlin 1930 wurde die Hedwigskirche Bischofskirche. Das öffentliche Interesse ist 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands nicht mehr auf Berlin begrenzt. Sie ist heute als Katholische Kathedrale in der deutschen Hauptstadt für die Katholiken im ganzen Land und durch die vielen internationalen Besucher in einer herausragenden Sonderposition. Dieser Bedeutung Rechnung tragend, schrieb das Erzbistum Berlin vor Beginn notwendiger Innen-Renovierungsmaßnahmen einen Architektenwettbewerb aus.

Gestalterische Rückführung

Der Entwurf des Wettbewerb-Siegers sieht die Schließung der Bodenöffnung vor, um dem Kuppelsaal wieder die ursprüngliche Proportion und Mitte zu geben. Davon getrennt soll die Unterkirche dem ursprünglichen Kryptencharakter näherkommen, die Annex-Rotunde wieder wie früher Sakramentskapelle werden. Die Entscheidungen über die Umsetzung gestalterischer Maßnahmen und innenarchitektonischer Eingriffe bei der St. Hedwigs-Kathedrale obliegt nun dem Erzbischof von Berlin, Heiner Koch.