Evangelische Kirche in Deutschland

Die Evangelische Kirche in Deutschland ist die Religionsgemeinschaft der meisten lutherischen und reformierten Christen in Deutschland.

Geschichte der evangelischen Kirchen in Deutschland

Angefangen hat die Geschichte der evangelischen Kirchen mit der Reformation im 16. Jahrhundert. Bereits zuvor gab es in Europa eine wachsende Unzufriedenheit mit der damals herrschenden römisch-katholischen Kirche und dem Papsttum. Schon Jan Hus, John Wyclif und andere Prediger griffen die, ihrer Meinung nach, fehlgeleitete Kirche an und predigten, wieder zu den Ursprüngen des Christentums zurückzukehren. Anfang des 16. Jahrhunderts gaben Martin Luther, Ulrich Zwingli und andere dieser Unzufriedenheit eine Stimme. Nachdem Luther ursprünglich die Kirche nur reformieren und verändern wollte, entstand durch die unnachgiebige Haltung der Kirche und weiterer Faktoren schließlich die evangelische Kirche.

Organisation der evangelischen Kirche in Deutschland

In Deutschland ist die evangelische Kirche in sogenannte Landeskirchen gegliedert. Es existieren 19 regional gegliederte Kirchen sowie die bundesweit tätige Evangelisch-reformierte Kirche. Die Gliederung dieser Kirchen ist uneinheitlich. Meistens steht jedoch ein Bischof oder Präses an der Spitze einer Landeskirche. Eine Synode (Kirchenparlament) trifft die maßgeblichen Entscheidungen in einer Landeskirche. Die meisten Landeskirchen sind weiter in Dekanate gegliedert. An der Basis schließlich kümmern sich Pfarrgemeinden um die Seelsorge der Gemeindemitglieder. Im Gegensatz zu vielen anderen Religionsgemeinschaften sind in evangelischen Kirchen demokratische Elemente in der Organisation zentral. Dies leitet sich aus dem Grundsatz des “Priestertums aller Gläubigen” her. Das bedeutet, dass es keine Aufteilung der Gläubigen in Geistliche und Laien gibt.

Zentrale Glaubenslehren der evangelischen Kirchen

Zentral für den Glauben religiös aktiver Protestanten sind die sogenannten “vier Solas”:

– sola scriptura bedeutet, dass allein die Bibel als heilige Schrift maßgeblich für den Glauben sein soll

– sola fide drückt aus, dass ein Mensch allein durch Glauben (und nicht durch gute Taten) die Erlösung erreicht

– sola gratia bedeutet, dass Menschen allein durch die Gnade Gottes das ewige Leben erreichen

– solus Christus besagt, dass allein Christus (und nicht Heilige) als Mittler zwischen Gott und dem Menschen steht.