Aufbau und Organisation der evangelisch-lutherischen Kirche in Deutschland

Die Organisation der evangelischen Kirchen in Deutschland ist auf den ersten Blick komplex. Die evangelisch-lutherischen Kirchen bekennen sich zum Luthertum und dessen Dogmen und Prinzipien. Grundlage dieser Kirchen und ihrer Theologie ist zunächst die Bibel. Darüber hinaus gründen sie sich auf den Dogmen der frühen christlichen Kirche. Weitere Grundlage sind die Bekenntnisschriften von Martin Luther aus der Zeit der Reformation sowie die Dogmen anderer lutherischer Gelehrten. Das Symbol der evangelisch-lutherischen Kirchen ist die Lutherrose. Es handelt sich dabei um das Siegel, das Martin Luther für seine Briefe verwendete und deshalb zum Symbol der Lutherkirche wurde.

Riten und Glaubensgrundsätze der Lutheraner

Die Anhänger der evangelisch-lutherischen Kirche nennen sich Lutheraner. Am Anfang benutzte die katholische Kirche diesen Begriff als abwertende Bezeichnung für die „Abtrünnigen“ ihrer eigenen Lehre. Zentraler Aspekt im Gottesdienst ist bei den evangelisch-lutherischen Kirchen die Predigt und die Feier des Abendmahls. Taufe und Beichte sind wie in der katholischen oder orthodoxen Kirche ebenfalls wichtig. Allerdings sind sich die einzelnen evangelisch-lutherischen Kirchen uneinig, ob die Heilige Beichte als Sakrament zu werten ist oder nicht. Die Kindstaufe ist in den evangelisch-lutherischen Kirchen verbreitet, aber nicht verpflichtend.

Organisation und Aufbau der evangelisch-lutherischen Kirche

Zu den Hauptinstitutionen der evangelisch-lutherischen Kirchen gehören internationale Organisationen wie der Lutherische Weltbund, der Internationale Lutherische Rat sowie die Konfessionelle Evangelisch-Lutherische Konferenz. Die Leitung erfolgt über Versammlungsorgane und durch die Bischöfe der Kirchen. Die evangelisch-lutherischen Kirchen haben zum Teil öffentlich-rechtlichen Status und erheben Kirchensteuer. Andere lutherische Kirchen verzichten darauf, die Kirchensteuer einzuziehen und finanzieren sich ausschließlich über die Beiträge ihrer Mitglieder.

Die meisten evangelisch-lutherischen Kirchen sind unter dem Dachverband der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, kurz VELKD, gebündelt. Ein weiterer Verband ist die Evangelische Kirche in Deutschland. Zu dieser Vereinigung gehören zum einen die evangelisch-lutherischen Kirchen, zum anderen die reformierten und unierten Kirchen. Das Gegenstück zum VELKD ist der Dachverband der selbstständig Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Es gibt viele Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen in Glaubensfragen und gemeinsame Überzeugungen. Oftmals scheiden sich die Geister lediglich in kleinen Details.