Die Organisation der Evangelischen Kirchen in Deutschland

Die evangelischen Kirchen in Deutschland sind aufgrund ihrer Vielfältigkeit leicht unterschiedlich strukturiert. In vielen Punkten stimmt die Organisation der verschiedenen Gliedkirchen jedoch überein.

Die Evangelische Kirche in Deutschland

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist der Dachverband von 19 Landeskirchen und einer konfessionellen, bundesweit tätigen, Gliedkirche – der Evangelisch-Reformierten Kirche. Das oberste gesetzgebende Gremium der EKD ist (wie in vielen Landeskirchen auch) die Synode. Sie setzt sich aus 126 vorwiegend gewählten Mitglieder zusammen. Die Synode wählt den Rat der EKD. Der Ratsvorsitzende ist meist der bekannteste Vertreter der evangelischen Kirchen in Deutschland.

Die Gliedkirchen

Deutschland ist in 19 Landeskirchen aufgeteilt. Deren Grenzen spiegeln aus historischen Gründen in etwa den Gebietsstand Deutschlands von 1815 wieder. Meistens sind diese Landeskirchen uniert, das heißt, sie vereinen reformierte und lutherische Gläubige. Einzelne Landeskirchen bekennen sich jedoch ausschließlich zum Luthertum. Die Landeskirchen haben ebenfalls eine Synode als gesetzgebendes Gremium. Geleitet werden Sie meistens von einem Landesbischof beziehungsweise einer Landesbischöfin. Dieses Leitungsamt kann in den verschiedenen Landeskirchen allerdings abweichende Bezeichnungen wie zum Beispiel Bischof, Kirchenpräsident, Präses o.a. haben.

Die Landeskirchen werden weiter in Prälaturen, Dekanate und Kirchengemeinden gegliedert. Je nach Landeskirche kann eine oder mehrere dieser Gliederung auch anders bezeichnet werden oder wegfallen. Die Dekanate oder Kirchenkreise sind meistens aus etwa 20 Kirchengemeinden zusammengesetzt. Der Dekan hat oft eine Vorgesetztenstellung gegenüber den in seinem Dekanat tätigen Pfarrern inne.

Die Kirchengemeinden

Die Kirchengemeinden sind die unterste Stufe der kirchlichen Verwaltung. Sie kümmert sich direkt um die Seelsorge der ihr angehörenden Mitglieder. In der Regel werden sie von einem Kirchenvorstand oder Kirchengemeinderat geleitet. Der Kirchenvorstand wird von den Gemeindemitgliedern gewählt und leitet zusammen mit dem Pfarrer die Kirchengemeinde. Er ist für finanzielle, administrative (zum Beispiel Einstellung der Pfarrer etc.) und seelsorgerliche Aspekte des Gemeindelebens zuständig. Der Kirchenvorstand wählt oft auch Mitglieder einer Landessynode. Manchmal werden mehrere Kirchengemeinden zu einer sogenannten Gesamtkirchengemeinde zusammengeschlossen.