Ämter in der evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands

Pastor

Der Pastor oder die Pastorin, wörtlich übersetzt der Hirte, steht an der Spitze der jeweiligen Gemeinde vor Ort. Sie hat evangelische Theologie studiert und ist im Predigerseminar ausgebildet worden. Von der jeweiligen Gemeinde wird sie eingestellt. Als ordinierter Seelsorger kümmert er sich um die ihm Anvertrauten. Sie steht dem Gottesdienst vor, die Verkündigung des Wortes Gottes und dessen Auslegung in der Predigt sind von zentraler Bedeutung. Der Pastor kann verheiratet sein. Alle Gemeinden wiederum gehören zu einem sogenannten Kirchenkreis.

Superintendent

Dieser ist ebenfalls ein Pastor einer örtlichen Gemeinde. Zusätzlich ist er oder sie aber als eine Art „Aufseher“ auch für den ganzen Kirchenkreis verantwortlich und für die Ordnung in den einzelnen Gemeinden. Zu einem solchen Kreis oder Bezirk gehören etwa alle lutherischen Gemeinden einer Großstadt. Ferner gibt es auch Landessuperintendenten und Generalsuperintendenten. Innerkatholisch entspricht dieses Amt dem Dekan oder auch dem Diözesanbischof.

Bischof

Die verschiedenen Kirchenkreise sind nun in einer Landeskirche zusammengeschlossen. Landeskirchen gibt es ca. 20 in Deutschland. Sie gehen teils bis auf die Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert zurück. Damals war der Bischof auch gleichzeitig Landesherr. Die Zeiten haben sich natürlich geändert. Aber noch heute leitet und verwaltet er „geistlich“ seine Landeskirche, die auch ein Verwaltungsbezirk ist. In jedem Landeskirchenamt gibt es beispielsweise ein Kirchengericht. In einigen Landeskirchen heißt der Bischof auch Präses, also „Vorsitzender“.

EKD

EKD steht als Abkürzung für „Evangelische Kirche Deutschlands“. In dieser bundesweiten Organisation sind alle lutherischen Landeskirchen zusammengeschlossen. Katholisch ist die EKD mit der Bischofskonferenz vergleichbar. Eine Besonderheit der EKD sind ihre Synoden. Sie kommt einmal im Jahr zusammen, um Gesetze zu beschließen und die lutherische Kirche zu leiten. 126 Mitglieder gehören der Synode an. Der Rat der EKD wird auf einer solchen Versammlung gebildet. Der Vorsitzende dieses Rates wird auf 6 Jahre gewählt. Der Ratsvorsitzende ist meist auch das „Sprachrohr“ der lutherischen Kirchen Deutschlands. Er tritt vor die Medien und mahnt die Politik. Der EKD gehören ferner weitere Werke und Institutionen an.